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Die Tageszeitung

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KONSTANTIN WECKER Ein Mann von gestern auf der Höhe der Zeit: Weckers Konzert in
Berlin SEITE 16
F OT O : P O P -E Y E /G A B SCH FOTO: MARCO URBAN

KARL LAUTERBACH Im taz-Interview verteidigt der SPD-Politiker Hartz IV als „linke
Reform“ SEITE 3

NR. 8721 44. WOCHE 30. JAHRGANG AUSGABE BERLIN € 1,70 AUSLAND € 1,00 DEUTSCHLAND
MITTWOCH, 29. OKTOBER 2008

Die irre VW-Blase
Was der Höhenflug der Volkswagen-Aktie wirklich bedeutet SEITE 2

F O TO [ M ]: M AREEN F ISC HING ER/ WEST EN D6 1, JOCHEN ECKEL

ELFENBEIN
Zum ersten Mal seit neun Jahren wurde in Namibia wieder legal Elfenbein versteigert.
Asiatische Händler griffen zu SEITE 9
taz muss sein
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BARACK OBAMA
Zwei US-Neonazis wollten Barack Obama umbringen, stellten sich aber schon weit im
Vorfeld sehr dumm an SEITE 11, 14

FINANZKRISE
Aktienanlagen waren gestern. Heute, in Zeiten der Krise, investiert der kluge Anleger
in solide Sachwerte SEITE 14
KOMMENTAR VON MALTE KREUTZFELDT
fentlichung den Kurs manipulieren. Zum anderen wird erneut deutlich, wie sich an
den Finanzmärkten mit minimalem eigenem Einsatz großes Chaos stiften lässt. Die
gleiche Hebelwirkung, bei der mit geliehenem Geld spekuliert wird, hat schon die
Finanzkrise extrem verstärkt. Falls Hedgefonds pleitegehen sollten, gefährden sie
auch die Banken, bei denen sie verschuldet sind. Die Forderung nach restriktiveren
Regeln für Hedgefonds, einem Verbot von spekulativen Leerverkäufen und mehr Transparenz
auf den Finanzmärkten bekommt dadurch eine ganz neue Relevanz. Ohne solche Veränderungen
bleiben die Börsen nicht nur ein Casino – sondern sogar eins, bei dem nicht für
alle Spieler die gleichen Regeln gelten.

ÖSTERREICH
Martin Graf, der neue Präsident des österreichischen Nationalrats, ist ein bekennender
Rechtsextremer SEITE 2
verboten
Guten Tag, meine Damen und Herren! Heute im verboten-Telekolleg: VW. Eine doitsche
Erfolgsgeschichte. Von Guido Knopp „1.000 Euro. Der Kurs der Volkswagen-Aktie.
Gestiegen. Gestern Vormittag. Der Kurs kurzzeitig bei 1.005 Euro. Die Aktie. Der
Konzern kurzzeitig der größte der Welt. Am Nachmittag dann. Kurs immer noch bei
775 Euro. 50 Prozent über dem Vortag. DAX deshalb auch im Plus. 11 Prozent mehr.
Händler sagen: Gibt fast keine VW-Aktien mehr. Der enorme Kursanstieg. Die enorme
Nachfrage. Schon am Montag. 150 Prozent Plus. Wegen Porsche. Brumm-Brumm. Der Wagen
fürs Volk. Ein Erfolg. Aus Wolfsburg. Wenn das der Führer noch erlebt hätte.“
übrigens: verboten darf nicht tagesschau heißen

Ein Casino ohne Spielregeln
Es ist schier unglaublich: Während weltweit wegen der Konjunkturschwäche die Zahl
der verkauften Autos sinkt und die Politik über Hilfen für die Industrie debattiert,
explodiert der Aktienwert von Volkswagen: Mit einem Kurs von über 1.000 Euro war
das Unternehmen aus Wolfsburg am Dienstag zwischenzeitig mehr als achtmal so viel
Wert wie zu Jahresbeginn – und damit mehr als alle seine europäischen und amerikanischen
Konkurrenten zusammen. Diese extrem gegensätzlichen Nachrichten zeigen, wie sehr
die Börse bisweilen von der realen Wirtschaft entkoppelt ist. Dass der Wert der
dort gehandelten Aktien mit dem tatsächlichen Wert des zugehörigen Unternehmens
oft nichts zu tun hat, ist zwar –



nicht erst seit der Internetblase – allgemein bekannt. Doch so ein krasses Missverhältnis
wie bei VW gab es wohl noch nie. Anders als bei früheren Spekulationsblasen, bei
denen auch viele Kleinanleger ihr Geld im Börsen-Casino verspielten, trifft das
Chaos beim VW-Kurs aber überwiegend professionelle Zocker: vor allem Hedgefonds,
die mit Leerverkäufen auf fallende Kurse gewettet haben, dürften in den letzten
Tagen viele Milliarden verloren haben. Mitleid scheint nicht angebracht. Dennoch
sind die VW-Kurssprünge mehr als eine Posse. Zum einen zeigt sich, wie intransparent
bisher gehandelt werden darf: Porsche konnte sich seine VW-Optionen völlig im Verborgenen
sichern und dann mit der Veröf-

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