Kiosko.net

Alemania

Die Welt

Die Welt
Anzeige

Anzeige

www.cartier.de


Mittwoch, 29. Oktober 2008




welt.de

Sonnenhitze: Wie Forscher die Welt retten wollen Seite 27

Literatur: Abrechnung mit den deutschen Spaßmachern Seite 23

Ackermann: Warum er trotz Erfolgs ein Buhmann ist Seite 14

Kommentar

ZIPPERT zappt
Die Nachfrage nach Neuwagen muss unbedingt angekurbelt werden, fordern Industrievertreter.
In Deutschland hängt ja bekanntlich jeder zweite, wahrscheinlich sogar jeder Arbeitsplatz
von der Automobilbranche ab. Wirtschaftsminister Glos will deshalb noch in diesem
Monat Anreize zum Neuwagenkauf schaffen. Ein Gesetzentwurf stellt den Einbau von
Ersatzteilen in ältere Autos unter Strafe. Der Betrieb von Sommer- und Winterreifen
an ein und demselben Wagen ist verboten, man braucht ein Winter- und ein Sommerauto.
Das Verlassen eines Parkhauses ist aus Sicherheitsgründen nur noch mit einem weniger
als zwölf Monate alten Fahrzeug möglich. Ab 1. November dieses Jahres werden außerdem
staatliche Altwageninspekteure auf Streife geschickt, vorzugsweise gegen drei Uhr
nachts. Sie sind mit empfindlichen Messgeräten wie Vorschlaghammer und Brecheisen
ausgerüstet, und sobald diese Geräte mit einem Wagen in Berührung kommen, der
älter als zwei Jahre ist, unterziehen sie Blech, Glas und Chromteile einer eingehenden
Prüfung. Wenn man morgens dann vor seinem völlig demolierten Auto steht, ist der
Anreiz zum Kauf eines Neuwagens da.

VW: Teuerste Firma der Welt
Das Erstaunen über die Kapriolen der Volkswagen-Aktie schlägt in Empörung um.
Fondsmanager forderten vergeblich die Aussetzung des Kurses. Weil sich Investoren
in Bezug auf die Pläne des Großaktionärs Porsche verkalkuliert haben, müssen
sie jetzt verzweifelt VW-Aktien kaufen – zu jedem Preis. Die Papiere wurden gestern
vorübergehend für mehr als 1000 Euro gehandelt und verdoppelten damit ihren Kurs
abermals: Mit einem Börsenwert von 296 Milliarden Euro setzte sich VW damit vor
den Ölkonzern Exxon an die Spitze der teuersten Firmen der Welt. Unser Bild zeigt
die Tafel im Frankfurter Börsensaal bei einem Plus von 286 Euro – im Vergleich
zu anderen Autoherstellern. Kommentar, Seite 15

Stoppt den VW-Wahnsinn
Von Karsten Seibel

Forum

Die Dosis macht das Gift
Änderungen des Grundgesetzes können ein Zeichen von Vitalität sein – doch Beliebigkeit
und Aktionismus gefährden sie auch, meint Verfassungsrechtler Horst Dreier. Seite
7

Autoindustrie ruft nach staatlicher Hilfe
Verband fordert zinsgünstige Kredite für Verbraucher – Minister verspricht schnelle
Reform der Kfz-Steuer
DÜSSELDORF – Angesichts einer dramatischen Absatzkrise wird der Ruf der Autobranche
nach staatlichen Hilfen immer lauter. Ein umfassendes Programm der staatlichen KfW
Bankengruppe mit zinsgünstigen Krediten zum Erwerb sparsamerer Fahrzeuge könnte
die Erneuerung der deutschen Automobilflotte einleiten, sagte Matthias Wissmann,
Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Zudem forderte Wissmann die
rasche Reform der Kfz-Steuer. Künftig soll die Steuer nach dem Schadstoffausstoß
und nicht mehr nach Hubraum festgelegt werden. Dadurch würden die Verbraucher zum
Kauf umweltschonenderer Fahrzeuge angeregt. Das Durchschnittsalter der Autos liegt
in Deutschland aktuell bei rund acht Jahren. Die Autoindustrie ist wegen der Zurückhaltung
der Verbraucher infolge der Finanzkrise ins Trudeln geraten. Weltweit sinken die
Verkäufe. Hersteller wie Daimler, BMW und Opel sowie Zulieferer wie Bosch oder Continental
reagieren mit einer Drosselung der Produktion, Zwangsurlaub, dem Abbau von Leiharbeitsstellen
und erwägen Kurzarbeit. Schätzungen zufolge sind rund 50 000 Arbeitsplätze allein
bei den Zulieferern gefährdet. Als Rettungsanker hat bei der Reform der Kfz-Steuer
jetzt Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) der Industrie Unterstützung zugesagt.
Die Steuer soll demnach möglichst schnell auf CO2-Werte umgestellt werden. Dies
sei Teil eines „ersten Pakets zur Stärkung der Wirtschaft“, sagte Glos im ARD-„Morgenmagazin“.
CDU und SPD haben bereits Zustimmung signalisiert. Die Entscheidung soll bereits
in der kommenden Woche fallen. Mit einer Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes
will Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) derweil Massenentlassungen vorbeugen.
„Ich mache mir Gedanken darüber, die Zeiträume, in denen Unternehmen Kurzarbeitergeld
beantragen können, von sechs Monaten auf bis zu anderthalb Jahre zu verlängern“,
sagte Scholz den „Stuttgarter Nachrichten“. Derzeit ist die Bezugszeit auf zwölf
Monate verlängert. Trotz der Krise hat die Industriegewerkschaft Metall ihre Tarifforderung
von acht Prozent bekräftigt. „Die Menschen brauchen ein Stück Lebenssicherheit,
sonst endet das in einer totalen Konsumverweigerung“, sagte IG-Metall-Chef Berthold
Huber ebenfalls in der ARD. Da
Seite 2: Bericht Seite 6: Kommentar Seiten 9–11: Berichte Seiten 15, 17: Finanzen
Seite 20: Immobilien

Politik

Was junge Männer wollen
Junge Männer haben Lust auf Familie, verzichten aber oft aus beruflichen Gründen
auf Kinder. Für viele gilt zudem immer noch: Der Mann ernährt die Familie. Seite
4

Illegale Reise nach Athen
Griechenland ist wegen seiner geografischen Lage wichtigstes Ziel illegaler Migranten
im Mittelmeerraum. Seite 5

Wirtschaft

SAP senkt Prognosen für 2008
Europas größter Softwarehersteller hat sich nach einem Gewinnrückgang und dem
Verlust von Marktanteilen von seinen Jahreszielen verabschiedet. Seite 13

Feuilleton

SPD glaubt bei Wahl in Hessen ganz fest an einen Erfolg
BERLIN – Nach Ansicht von Hessens designiertem Wirtschaftsminister Hermann Scheer
(SPD) wird die von der Linken tolerierte rot-grünen Koalition auch von der Bundespartei
inzwischen akzeptiert. „Franz Müntefering weiß, dass es keine andere Möglichkeit
für die SPD gibt. Frank-Walter Steinmeier hofft, dass es gut geht. Und Peer Steinbrück
hat wohl eingesehen, dass wir diesen Weg gehen müssen und verantwortlich gehen werden“,
sagte Scheer im WELT-Interview. Er sei sich auch sicher, dass eine Landesregierung
unter Andrea Ypsilanti hält: „Wir rechnen mit einem Erfolg.“ SPD-Landeschefin
Ypsilanti will sich am kommenden Dienstag mit Hilfe der Grünen und der Linkspartei
zur Ministerpräsidentin wählen lassen. Einer neuen Umfrage zufolge lehnen 70 Prozent
der Bundesbürger dieses Vorgehen ab. MLU
Seite 2: Interview

Nordkoreas Militär droht mit Angriff auf Südkorea
SEOUL – Nordkorea hat mit der Zerstörung des südlichen Nachbarlandes gedroht.
Falls Seoul seinen Konfrontationskurs fortsetze, werde man Südkorea „in Trümmer
legen“, erklärte das nordkoreanische Militär. Unter anderem hatten Bürgerrechtler
Ballons mit kritischen Flugblättern über die Grenze nach Nordkorea geschickt und
über den Gesundheitszustand von Staatschef Kim Jong-il spekuliert. DW
Seite 5: Bericht

Verfassungsrichter zweifeln an Sicherheit von Wahlcomputern
BERLIN – Der Einsatz von Wahlcomputern in Deutschland ist bei den Richtern des
Bundesverfassungsgerichts auf Skepsis gestoßen. In der mündlichen Verhandlung zweier
Wahlprüfungsbeschwerden ließ das oberste deutsche Gericht durch kritische Nachfragen
Zweifel an der Zuverlässigkeit und Sicherheit der Geräte erkennen, die bei der
Bundestagswahl 2005 eingesetzt wurden. Die beiden Beschwerdeführer aus Hessen halten
eine Wahl „per Knopfdruck“ für intransparent, weil der Wähler nicht nachvollziehen
kann, was mit seiner Stimme im Inneren des Computers geschieht. Damit werde die demokratische
Kontrolle der Auszählung verletzt. Außerdem seien die Computer nicht ausreichend
gegen Eingriffe von außen gesichert, wie Erfahrungen mit Manipulationen im Ausland
belegten. tju
Seite 4: Bericht Seite 6: Kommentar

Stille Helden der NS-Zeit geehrt
Eine neue „Gedenkstätte Stille Helden“ in Berlin erinnert an jene Menschen,
die während der Hitler-Diktatur in Deutschland verfolgten Juden beistanden. Seite
26

Aus aller Welt

Sonderverkauf von Elfenbein erlaubt
Erstmals seit fast einem Jahrzehnt ist wieder legal Elfenbein versteigert worden:
In der namibischen Hauptstadt Windhuk fand die erste von vier Auktionen statt. Seite
28

Welch Wahnsinn: Der Kurs der Volkswagen-Aktie schnellt bis auf 1005 Euro nach oben.
Mit einem Wert von knapp 300 Milliarden Euro sind die Wolfsburger zumindest für
kurze Zeit das teuerste Unternehmen der Welt – noch teurer als der Ölmulti Exxon
Mobil. Und der Deutsche Aktienindex (Dax) gewinnt dank des erdrückenden Gewichts
der VW-Aktie Punkte hinzu, obwohl die Kurse der meisten der 29 anderen Indexmitglieder
im Minus liegen. Der heimische Aktienmarkt nimmt dadurch Schaden. Welcher Investor
bringt noch sein Geld hierher, wenn alles außer Kontrolle scheint, wenn der Leitindex
Dax nicht einmal mehr das Börsengeschehen eines Tages wiedergibt? Für ein solches
Durcheinander reichen ein paar Spekulanten, die sich schlicht verzockt haben. Sie
hatten darauf gewettet, dass der VW-Kurs fällt, und geliehene Aktien der Wolfsburger
in der Hoffnung verkauft, sie vor der Rückgabe zu einem günstigeren Kurs wieder
kaufen zu können. Auslöser war der Großaktionär Porsche. Als der ankündigte,
dass er direkt und indirekt bereits auf 74 Prozent der VWAktien Zugriff hat, wurde
plötzlich allen klar, dass inklusive der 20 Prozent, die das Land Niedersachsen
hält, bereits 94 Prozent der Aktien in festen Händen sind. Das Spiel ging nicht
mehr auf. Die Jagd auf die wenigen noch im Umlauf befindlichen Stücke war eröffnet.
Schließlich mussten die Zocker die geliehenen Papiere wieder zurückgeben – ganz
gleich, zu welchem Preis. Der Kurs stieg in ungeahnte Höhen und verzerrte den Dax.
Solche Auswüchse darf es nicht geben. Die Deutsche Börse muss die Indexregeln dahin
gehend ändern, dass ein einzelner Wert nicht mehr einen solchen Einfluss auf den
Dax gewinnen kann. Und das Übernahmerecht muss mehr Transparenz gewährleisten.
Wenn es einem Unternehmen wie Porsche nicht mehr möglich ist, klammheimlich Zugriff
auf ein so großes Aktienpaket zu gewinnen, können Investoren auch nicht mehr derart
auf dem falschen Fuß erwischt werden. Eile ist geboten. Es geht um das Vertrauen
in den deutschen Finanzplatz.
karsten.seibel@welt.de
Anzeige

Schlappe für Franjo Pooth
Den Ehemann von Werbestar Verona Pooth kommt die Pleite seiner Firma Maxfield auch
privat teuer zu stehen. Weil er für Kredite an die Firma gebürgt hat, muss er nun
aus eigener Tasche 1,8 Millionen Euro zurückzahlen. Seite 28

FOTOS: AP (2); DPA (2); PA/DPA (2)

Babyboom dank Stromausfall
Ein defekter Hochspannungsmast soll in Holland zum Anstieg der Geburtenrate geführt
haben
Von Lars-Broder Keil Nach großen Stromausfällen durch Naturkatastrophen oder technische
Defekte wurde in der Vergangenheit oft vom angeblichen Babyboom neun Monate später
berichtet. Das war der Fall beim großen Blackout am 9. November 1965 im Nordosten
der USA und in Kanada, beim Stromausfall in New York am 13. Juli 1977 oder im November
2005 beim Schneechaos im Münsterland. Nun vermeldet der niederländische Kreis Maasdriel
(Provinz Gelderland) einen Anstieg der Geburtenrate. „Wir sind kaum noch hinterhergekommen,
die Kinderchen purzelten nur so in die Welt“, sagte die Hebamme Brendy Kouwenberg
dem Nachrichtensender BNR. 26 Babys und damit 44 Prozent mehr Kinder als im Durchschnitt
seien im vergangenen Monat zur Welt gekommen. Die einzig mögliche Erklärung des
Phänomens sei, dass neun Monate zuvor ein Armeehubschrauber einen Elektrizitätsmast
beschädigt hatte, wodurch es drei Tage – und Nächte – keinen Strom und damit
auch kein Fernsehen, kein Internet und keine Computerspiele gab. Möglicherweise
hat dies die Betroffenen zu aktiver Zweisamkeit im Dunkeln angeregt. Oder das Gefühl
des außergewöhnlichen Augenblicks. Oder schlicht die Erleuchtung, was im stressigen,
verplanten Alltag zu kurz gekommen ist. Im Prinzip ist das auch egal. Ein Gutes für
die demografische Entwicklung hat der Babyboom in Maasdriel allemal. Auch wenn der
Kindersegen letztlich nichts mit dem Stromausfall zu tun hat. So wie der Babyboom
nach dem Blackout 1965 in den USA. Richard Udry von der University of North Carolina
entlarvte die romantische Geschichte als Legende, nachdem er die kompletten Geburtsstatistiken
von New York analysiert und festgestellt hatte, dass der Anstieg 1966 überbewertet
worden war. Davor habe es auch mit Strom Boomphasen gegeben. Udrys unerotische Schlussfolgerung:
„Viele Menschen finden offenbar Gefallen an der Vorstellung, dass Menschen, die
durch ein unvorhergesehenes Ereignis von ihren gewöhnlichen Aktivitäten abgehalten
werden, sich der Kopulation zuwenden.“

Der sichere Weg zu schönen Zähnen

Börse

Anstieg ohne Wert
Da die deutlichen Kursgewinne des Dax am Dienstag nur mit den Kapriolen der VWAktie
zusammenhingen, war die Stimmung auf dem Parkett eher gedrückt. Seite 19
DAX 17.00 Uhr 4599,88 Punkte +6,12% EURO EZB-Kurs 1,2526 US-$ +0,53% DOW 11.00 Uhr/NY
8322,56 Punkte +1,80%

■ Über 20 Jahre Erfahrung Implantologie & Zahnästhetik ■ Vollkeramik-Kronen
aus eigenem Meisterlabor ■ Computergestützte 3-D-Implantatplanung ■ NanoTiteTM-Implantate
mit kurzer Einheilphase ■ Behandlung in Vollnarkose auf Wunsch ■ Enge Zusammenarbeit
mit Elisabeth-Krankenhaus

Zahnklinik Essen N ovembe r informiert zum


Sonntag

Tag der Zahnimplantate
Unverbindliche, kostenfreie Information und Beratung von 1000 bis 1700 Uhr.

Bleibt Hoffenheim Tabellenführer? Alles über den 10. Spieltag der Bundesliga: welt.de/sport

Axel Springer 24-Stunden-Service: 01805 6 300 30 (14ct/min aus dt. Festnetz)
welt.de Kostenloses Probeabo: mobil.welt.de Tel. 0800 / 935 85 37 E-Mail: redaktion@welt.de
Fax 0800 / 935 87 37

DIE WELT, Axel-Springer-Straße 65, 10888 Berlin, Redaktion: Brieffach 2410 ISSN
Täglich weltweit in über 130 Ländern verbreitet. Pflichtblatt an allen deutschen
Wertpapierbörsen. Redaktion: Tel. 030/25910, Fax 030/259171606, E-Mail: redaktion@welt.de;
Anzeigen: 030/585890, Fax 030/585891, E-Mail: anzeigen@welt.de Leserservice: DIE
WELT, Brieffach 2440, 10867 Berlin, Tel. 0800/9 35 85 37, Fax 0800/9 35 87 37, E-Mail:
leser@welt.de
B 2,30 & / 90 czk / 22 dkr / P 2,50 & (Cont.) / F 2,70 & / 735 FT / GR 3,00 & / CYP
3,20 ¤ / NL 2,30 & / E/I.C. 2,70 & / 24 KN / I 2,70 & / L 2,30 & / 38 nkr / E 2,50
& / A 2,30 & / 2,40 GBP / FIN 3,20 & / IRL 3,20 & / 13 PLN / 42 SEK / 4,10 sfr /
SIT 640 - & 2,70 / SK 96,50 SKK - 3,20 ¤ / 7,00 YTL / TD 4,70 / MLT 3,20 &

0173-8437 254-44 ZKZ 7109

Zentrum für Implantologie und Parodontologie

Tel. (02 01) 280 270

Herwarthstraße 102


45138 Essen

www.zahnklinik-essen.de

© Kiosko.net | condiciones legales